Ghana steckt in einer wachsenden Fischerei-Krise, da die Fischbestände vor der Küste immer weiter zurückgehen. Fischer im Ort Apo berichten von leeren Netzen und sinkenden Fängen, was ihre Existenzgrundlage bedroht. Überfischung, illegale Methoden und der Klimawandel haben gemeinsam die Produktivität der Meere verringert. Mit dem neuen Meeresschutzgebiet will die Regierung das Gleichgewicht wiederherstellen und nachhaltige Fischerei für kommende Generationen sichern.
Fischbestände schrumpfen rasant
Fischer wie Simon Dadzie erzählen, dass sie tageweise auf dem Meer sind und kaum etwas fangen. Studien belegen: Ghanas gesamter Fischfang ist in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 17 Prozent zurückgegangen. Betroffen sind sowohl die handwerkliche als auch die industrielle Fischerei, insbesondere kleine pelagische Arten sind gefährdet.
Expert:innen nennen mehrere Ursachen: Mehr Fangschiffe üben zusätzlichen Druck auf die Meeresressourcen aus. Illegale, nicht gemeldete und nicht regulierte (IUU) Fischerei ist weit verbreitet. Methoden wie Lichtfischen und zerstörerische Fanggeräte sind gängig. Die Gewässer Westafrikas zählen zu den am stärksten befischten weltweit, was die Krise noch verschärft.
Der Klimawandel setzt zusätzlich unter Druck. Steigende Meerestemperaturen bringen die Wanderbewegungen der Fische durcheinander und verringern die Produktivität in Küstengewässern. Da die Fische in kühlere Regionen abwandern, bringen traditionelle Fanggebiete immer weniger ein. Die Mischung aus Überfischung und Umweltveränderungen bedroht die Ernährungssicherheit und lokale Wirtschaften.
Meeresschutzgebiet macht Hoffnung
Um den Rückgang zu stoppen, hat Ghana in Greater Cape Three Points sein erstes Meeresschutzgebiet eingerichtet. Auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern soll die Zone den Fischbeständen erlauben, sich zu erholen und zu vermehren. Fischereiexpert:innen erwarten, dass so auch die Fangerträge in angrenzenden Gebieten wieder steigen, sobald sich die Populationszahlen erholen.
Entscheidend sind wirksame Kontrollen und Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort. Die Überwachung muss funktionieren, die Menschen vor Ort müssen einbezogen werden. Wissenschaftliche Planung verbindet den Schutz von Lebensgrundlagen und Meeresökosystemen. Die Küstenschutzorganisation Hen Mpoano betont, dass traditionelles Wissen und moderne Forschung miteinander verknüpft werden müssen, um langfristig nachhaltig zu fischen und gesunde Meere zu erhalten.
Gelingt das Management, könnte dieses Projekt als Vorbild für nachhaltige Fischerei in Westafrika dienen. Der Schutz mariner Lebensräume und gezielte Regulierung der Fischerei helfen Ghana dabei, langfristig Nahrungsquellen zu sichern – und sie nehmen den akuten wirtschaftlichen Druck von den lokalen Fischereigemeinden.
